ÖFB-Sportdirektor-Suche läuft – Pröll: „Gibt keinen Favoriten“

Vor zehn Tagen endete die Amtszeit von Peter Schöttel als ÖFB-Sportdirektor. Die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll, Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer und Sky-Experte Marc Janko haben sich bei „Talk & Tore“ über diese Thematik geäußert.

„Ich will haben, so wie in der Wirtschaft auch, dass Menschen sich um diese Position bewerben, sich einbringen. Mit klaren Konzepten und diese Konzepte müssen sich entlang der Linie Ernstnehmen, Koordination und Umsetzen der Breitensportentwicklung im Fußball orientieren“, meinte Pröll. Im Gegensatz zu Vorgänger Schöttel soll sich der neue Sportchef „inhaltlich und sportlich auf Augenhöhe mit dem Teamchef auseinandersetzen“.

Als Grund für Schöttels Aus nannte der Verband vor zehn Tagen „unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung und Ausgestaltung der Position“.

Pröll bestreitet Rangnick-Einwirken: „Wurde später über den Plan informiert“

An der Absetzung Schöttels war ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick laut dem 58-Jährigen nicht involviert: „Ich habe Ralf Rangnick genauso wie unsere Mitglieder, sogar etwas später, über den konkreten Plan informiert. Und ich habe keine Notwendigkeit gesehen, mit dem Teamchef diese Personalie zu besprechen.“

Für die Kommunikation der Trennung entschuldigten sich Pröll und auch Ebenbauer: „Das ist absolut zu verurteilen“, sagte der Bundesliga-Boss. Schöttel erfuhr einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe aus den Medien von seinem Aus.

Misslungene Kommunikation bei Schöttel-Aus? Ebenbauer: „Absolut zu verurteilen“

Laut Sky-Experte Janko lief die Zusammenarbeit zwischen Schöttel und Rangnick nicht wünschenswert ab: „Das fachliche Verhältnis zwischen Ralf Rangnick und Peter Schöttel, wie ich und viele andere es aus einer Personalunion kennen sollten – Trainer, Sportdirektor –, wurde nicht so gelebt. Da wurden viele Dinge an Peter Schöttel vorbeientschieden bzw. wurde er nicht eingebunden, das sind meine Informationen.“

ÖFB setzt bei Sportdirektor-Suche auf externe Hilfe

Für die Neubesetzung der Sportdirektor-Position hat der ÖFB ganz klare Vorstellungen. „Ich gehe natürlich schon davon aus und das möchte ich auch haben im ÖFB, dass wir erstens einmal einen externen Personalberater mit an Bord haben, dass wir ein klares Anforderungsprofil haben. Dass Menschen auf uns zukommen, weil sie es tun wollen oder die der Personalberater oder wir aktiv anreden, Konzepte auszuarbeiten haben, dass wir dann eine Shortlist für den Aufsichtsrat haben, wo zwei oder drei Kandidaten anhand unseres Profils ihre Pläne für die Zukunft des Fußballs in Österreich präsentieren und wir dann entscheiden. Ich sage ganz offen: Für mich gibt es keinen Favoriten, für mich gibt es einen Prozess, der einen Favoriten bringen wird“, so Pröll.

Bayern-Sportdirektor Christoph Freund wurde vor seiner Vertragsverlängerung beim deutschen Rekordmeister indes nicht vom ÖFB kontaktiert. Das bestätigte Pröll bei „Talk & Tore“.

Ebenbauer möchte derweil „schnellstmöglich“ einen neuen sportlichen Leiter sehen. „Ich glaube, das Ziel vom Josef Pröll ist völlig klar, dass man in dem Jahr noch eine Entscheidung trifft und die Stelle nachbesetzt ist. Das soll das Ziel sein und wird hoffentlich auch eingehalten“, meinte der Bundesliga-Vorstand.

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