ÖFB-Team peilt zum Nations-League-Auftakt drei Punkte an

Für Österreichs Fußball-Nationalteam fällt am Donnerstag (20.45 Uhr) der Startschuss zur neuen Nations-League-Auflage. Die ÖFB-Auswahl gilt in der Linzer Raiffeisen Arena gegen Israel als Favorit, muss aber in ihrem ersten Match seit dem Out im WM-Sechzehntelfinale gegen Spanien das Fehlen langjähriger Leistungsträger verkraften. David Alaba, Marko Arnautovic, Marcel Sabitzer, Christoph Baumgartner und Konrad Laimer sind aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei.

Unabhängig von den prominenten Abwesenden sieht Teamchef Ralf Rangnick die gesamte Mannschaft in der Pflicht. „Wichtig ist, dass jeder auf dem Platz Verantwortung und Führung übernimmt. Wenn wir mit Schwarmintelligenz spielen wollen – und das ist Voraussetzung für unsere Spielweise -, dann müssen sich alle einbringen“, erklärte der Deutsche am Mittwoch in Windischgarsten, wo die ÖFB-Auswahl ihre Vorbereitung absolvierte. „Unser Ziel ist der Aufstieg in Liga A und die Weiterentwicklung der Mannschaft.“

Zwei echte Trainings spulte das Team in Oberösterreich ab, die Einheiten verliefen zu Rangnicks Zufriedenheit. „Da war genug Intensität zu spüren. Jetzt geht es darum, diese Energie auf den Platz zu bringen.“ Vor zwei Jahren verlief der erste Lehrgang nach der EURO 2024 mit einem Unentschieden gegen Slowenien und einer Niederlage gegen Norwegen nicht nach Wunsch. „Aber ich habe den Jungs gesagt, dieses Mal gibt es keinen Grund für einen Hangover. Zehn Spieler vom WM-Kader sind nicht dabei, deshalb ist es eine völlig andere Situation als vor zwei Jahren“, betonte der 68-Jährige.

Keine genauen Angaben zur Aufstellung

Die Marschroute für Donnerstag ist klar: „Wir wollen gut starten und gewinnen, mit einem richtig guten Spiel.“ Mit welcher Mannschaft dies gelingen soll, ließ Rangnick offen. Er werde diejenigen aufstellen, „die bei ihren Vereinen und hier in den letzten zwei Tagen den frischesten und dynamischsten Eindruck hinterlassen haben“.

Immerhin verriet Rangnick, dass Alexander Schlager im Tor stehen wird – und das, obwohl der Salzburger bei Werder Bremen in der Liga regelmäßig auf der Bank sitzt. „Im Moment sehe ich da kein Problem, weil er im DFB-Pokal gespielt hat und davor eine richtig gute WM gespielt hat. Aber als Dauerlösung muss man schauen, was das bedeutet.“

Schon in diesem Lehrgang könnte es einen Wechsel auf der Tormannposition geben. Angesichts von vier Länderspielen binnen elf Tagen dürfte generell rotiert werden. „Aber jetzt beschäftigen wir uns ausschließlich mit Israel. Wir versuchen auf jeden Fall in jedem Match, das bestmögliche, frischestmögliche Team ins Spiel zu schicken.“

Rangnick vor 50. Länderspiel

Beim Gegner handle es sich laut Rangnick um eine Truppe, „die gerne den Ball hat, von hinten heraus aufbaut und spielerische Lösungen sucht“. Das Duell mit Israel ist Rangnicks 50. Match als ÖFB-Teamchef – eine Tatsache, die ihm laut eigenen Angaben selbst gar nicht bewusst war. „Aber wenn man sieht, wie lange andere Teamchefs im Amt sind, ist das schon relativ viel“, erklärte der Deutsche.

Mit Aussagen zur politischen Brisanz der Partie hielt sich Rangnick zurück. „Es spielt morgen nicht zum ersten Mal Österreich – Israel. Unser Fokus liegt ganz klar auf einem Fußballspiel“, sagte der Teamchef und meinte außerdem: „Alle Kriege auf dieser Welt sind völlig sinnlos und kosten unnötig Menschenleben. Was ich mir wünsche ist, dass alle begreifen, dass sie auf diesem Planeten Verantwortung haben und dafür sorgen, dass alle Menschen in Frieden leben können.“

Für das Match gegen Israel waren bis Mittwochmittag noch knapp 1.000 Tickets erhältlich. Das Heimspiel am Sonntag im Wiener Happel-Stadion gegen den Kosovo ist bis auf Restkarten im Auswärtssektor ausverkauft.

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