Österreichs Davis-Cup-Team für Final 8 nominiert
Österreichs Davis-Cup-Team wird beim Final 8 in Bologna mit der bewährten Besetzung antreten: ÖTV-Kapitän und -Sportdirektor Jürgen Melzer gab bei einem Medientermin am Nationalfeiertag in der Wiener Stadthalle seine Equipe bekannt.
Jurij Rodionov, Lukas Neumayer, Joel Schwärzler sowie das Doppel Lucas Miedler/Neil Oberleitner werden am 26. November gegen Favorit Spanien antreten. Gleichzeitig wurde auch Melzers Vertragsverlängerung um drei Jahre bis Ende 2029 verkündet.
„Das Team hat es sich aufgrund der Leistungen in den letzten Wochen und auch gegen Belgien einfach verdient, die Chance zu bekommen, sich in Bologna unter Beweis zu stellen“, erklärte Melzer. „Jeder freut sich extrem darauf, dort dabeizusein und vielleicht auch einen Schritt weiterzugehen als im letzten Jahr.“ Sehr gefreut hat den Sportdirektor natürlich auch der Sieg des Neo-ÖTV-Doppels Miedler/Oberleitner. „Sollten die Einzelburschen uns in die Situation bringen, dass wir bei einem 1:1 den zwei Burschen zuschauen können, dann glaube ich, schaut das gar nicht so schlecht aus“, meinte er schmunzelnd mit Blick auf das Duell gegen Spanien.
Spanier mit drei Top-15-Spielern
Apropos Spanien: Während der Pressekonferenz wurde bekannt, dass der scheidende spanische Davis-Cup-Kapitän David Ferrer auch sein Team verlautbart hat. Die Iberer werden mit Topstar Carlos Alcaraz (ATP-3.), Rafael Jodar (11.) und Shanghai-Sieger Alejandro Davidovich Fokina (15.) sowie Marcel Granollers und Pedro Martinez in die Emilia Romagna reisen. Der siebenfache Major-Sieger bestätigte dies bei seinem Medientermin kurz darauf selbst. „Sicher. Der Davis Cup ist ein wirklich wichtiges Ziel für mich, und ich würde sagen, dass wir dieses Jahr ein tolles Team und eine gute Chance haben“, sagte er lächelnd.
Aber auch im Team Österreich blickt man positiv Richtung Bologna. „Die Vorfreude ist riesengroß. Wir wissen, was uns dort erwartet. Bei einem so hoch dotierten, prestigeträchtigen Event dabei zu sein, ist ein Highlight der Saison“, sagte Melzer. Möglicherweise kommt es schon in Wien zu einer Davis-Cup-Generalprobe, sollten Rodionov und Alcaraz ihre Erstrundenmatches gewinnen.
Rodionov und Neumayer bestätigten den tollen Team-Spirit, der auch einer der Gründe für die Vertragsverlängerung von Melzer war. „Beim Team sieht man einfach, wie wir brennen, Davis Cup zu spielen, und wir beweisen das auf dem Platz“, sagte Rodionov, und Neumayer staunte fast: „Unglaublich, dass wir da wieder dabei sind. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir das zwei Mal in Serie geschafft haben. Natürlich, sollte ich spielen, wäre ich extrem happy.“ Gegen wen er oder eventuell Schwärzler im Duell der Nummern zwei spielen, sei letztlich egal. „Wenn wir unser bestes Tennis spielen, glaube ich, dass wir Chancen haben. Wir wollen die Spanier ärgern und weiter kommen als letztes Jahr.“
Melzer lieferte auch erweitertes Sportkonzept
ÖTV-Präsident Richard Grasl verkündete auch die Verlängerung des Vertrags mit Melzer um weitere drei Jahre. „Jürgen hat seit seinem Amtsantritt als Sportdirektor gemeinsam mit dem gesamten ÖTV-Sportteam wichtige Akzente gesetzt“, sagte Grasl. Zudem würden die Erfolge, die Melzer mit dem Davis-Cup-Team erreicht hat, für sich sprechen.
Melzer hat im Sommer, gemeinsam mit der für die Frauen im ÖTV zuständigen Marion Maruska, mehrere Wochen damit verbracht, das bestehende Sportkonzept weiter zu verfeinern. „Wenn man mich kennt, dann weiß man, dass ich den Tennissport mit ganzem Herzen liebe und ich voll dahinterstehe, dass wir nicht nur im Davis Cup, sondern auch in der Jugend einfach schauen, dass wir so viele Spielerinnen und Spieler wie möglich von unten weg breit nach oben bringen“, meinte Melzer.
Es soll u.a. eine verstärkte Unterstützung für Spielerinnen und Spieler im U18-Bereich, eine Intensivierung im Bereich der Ausbildung von Coaches sowie einen Aufbau einer zentralen Monitoring-Datenbank für alle ÖTV-Kader-Akteure geben. Auch das ÖTV-Stützpunktnetzwerk soll ausgebaut werden, auch die Thiem Academy Burgenland gehört nun dazu.
