Zu hohe Belastung für Trainer? Hamann: „Gesundheit steht an erster Stelle“

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Die Causa um Bayern-Coach Vincent Kompany beschäftigt die Fußballwelt. Auch in der neuesten Episode von Hamann & Stankovic – Der Fußball Podcast wird über die Gesundheits-Thematik gesprochen.

Kompany musste vergangene Woche nach einem Zusammenbruch am Trainingsgelände der Münchner ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo sich der 40-Jährige aktuell erholt. Zuvor hatte der Bayern-Coach an einer Virusinfektion gelitten und sogar Trainingseinheiten verpasst.

„Die Leute, die denken: ‚Naja, die trainieren halt zwei Stunden am Tag und dann stellen sie die Mannschaft auf.‘ Was die an PR-Terminen haben und so, du hast eine Verantwortung für den ganzen Verein“, so Sky-Experte Dietmar Hamann in der achten Folge von Hamann & Stankovic. „Dann natürlich der Stress und was man auch nicht vergessen darf. Es hat ja früher auch immer mal wieder Sachen gegeben, vielleicht nicht in der Häufigkeit. Früher war es halt so, wenn du Spiele verloren hast und weiter verloren hast, nach drei oder sechs Monaten irgendwann bist du zur Debatte gestanden“, so der 53-Jährige weiter.

Hamann sieht das Problem auch bei der hohen Fluktuationsrate bei Fußballtrainern: „Nur heute, wenn die Trainer drei oder vier Spiele verlieren, dann sind sie schon unter Druck. Dann wird schon spekuliert, ob ein neuer kommt. Das ist natürlich auch etwas, was den Druck erhöht und verschärft, weil es da um Existenzen geht.“

Kompany-Zusammenbruch beschäftigt auch Trainer-Kollegen

„Nicht jeder Trainer bei den Bayern oder Dortmund“

Für Trainer bei kleineren Klubs – vor allem in Österreich – sehe die Situation noch einmal anders aus. „Es ist ja nicht jeder Trainer bei Bayern oder bei Dortmund, wo gutes Geld verdient wird. In Österreich hängen da viele Leute an ihrem Job und müssen oder wollen arbeiten, damit sie ihren Lebensunterhalt finanzieren. Das ist natürlich auch nochmal ein anderer Druck, wenn es um Existenzen geht. Und ich glaube, das darf man bei der ganzen Diskussion nicht vergessen“, so Hamann.

Der Sky-Experte würde auch verpflichtende Gesundheitschecks für Trainer begrüßen: „Vielleicht wäre das ein Ansatz, dass der DFB sagt: Wir checken nicht nur die Spieler, sondern auch die Trainer.“

Kaum Pause: Trainer müssen selbst auf die Gesundheit schauen

Hamann sieht aber auch die Trainer selbst in der Verantwortung, auf ihre Gesundheit zu schauen. „Die Trainer sind besessen. Wie oft kommt es vor, dass du am Freitag oder Samstag im Stadion stehst oder zuhause bist und da sagt einer: Der Trainer ist heute nicht dabei. Das gibt’s ja nicht“, so der 53-Jährige.

„Also, wenn nicht wirklich etwas Gravierendes passiert, dann gibt es sowas nicht. Sie gehen da wahrscheinlich über Grenzen, wo es möglicherweise dann einmal nicht ungefährlich wird. Das ist etwas, wo man vielleicht alle einmal sensibilisieren sollte, weil – die Bayern haben das gut gehandelt und der Max hat es richtig gesagt – die Gesundheit an erster Stelle steht.“