Salzburg-Bilanz „ganz ordentlich“: „Spirit entsteht gerade“
Je drei Tore in den jüngsten beiden Pflichtspielen: Red Bull Salzburg hat sich in Sachen Effizienz klar steigern können. Als Belohnung gab es nach dem Donnerstag-3:3 in der Fußball-Europa-League-Qualifikation bei Pafos, das wegen des Aufstiegs wie ein Sieg war, mit dem Meisterschaft-3:0 in Innsbruck bei WSG Tirol das nächste Erfolgserlebnis. Jubeln durfte auch die Wiener Austria, mit einem 2:0 (1:0) in Hartberg schrieben die Favoritner in dieser Bundesligasaison erstmals an.
„Es sind sechs Spiele absolviert, es sieht ganz ordentlich aus“, bilanzierte Salzburg-Trainer Danny Röhl. In der Liga sind nur die makellosen Rapid und LASK besser. Das Führungsduo hat nach drei Runden zwei Zähler mehr auf dem Konto als die ebenfalls noch unbesiegten Verfolger Salzburg und Sturm Graz. „Wir haben als Team gewonnen, und das ist sehr, sehr wichtig. Nach dem Unentschieden letzte Woche war es umso wichtiger“, meinte Röhl. In Wolfsberg hatten die Salzburger beim 1:1 erstmals Punkte liegen gelassen, es war zu dem Zeitpunkt das dritte Pflichtspiel mit nur einem Torerfolg en suite. Die Zeiten scheinen der Vergangenheit anzugehören.
Krätzig: „Fühlt sich aktuell rund an“
„Wir müssen uns vielleicht in der einen oder anderen Situation noch souveräner verhalten, aber insgesamt war das ein gelungener Arbeitstag. Es fühlt sich aktuell rund an, wir kriegen die Ergebnisse auf unsere Seite. Da ist ein Spirit, der gerade entsteht“, erläuterte 2:0-Torschütze Frans Krätzig. Der Linksverteidiger hatte via Abstauber (17.) für Teil zwei eines Doppelschlages gesorgt. Unmittelbar zuvor hatte Karim Konate (15.) mit einem kaltschnäuzigen Abschluss nach einem Konter den Sieg eingeleitet. Der Schlusspunkt war Sota Kitano (70.) vorbehalten.
„Gelungener Arbeitstag“: Krätzig über Auswärtssieg & Mitspieler Schmid
Eindeutig war die Partie aber nur vom Ergebnis her, die Tiroler fanden mehrere Topchancen, darunter einen von Lukas Hinterseer vergebenen Elfmeter (45.+4), vor. „Es war ein komischer Anlauf von ihm, deshalb bin ich länger stehen geblieben. Gott sei Dank hat es funktioniert“, sagte Salzburg-Tormann Christian Zawieschitzky, der auch in der einen oder anderen weiteren Aktion rettend eingreifen musste. Auch deshalb sprach Röhl dem Goalie einen wichtigen Anteil am „Sieg mit Licht und Schatten“ zu.
Tolle Aufholjagd von Mjällby in schwedischer Liga
Bei dessen Kollegen ortete er einiges an Verbesserungspotenzial. „Zur Halbzeit hätte es auch 6:3 stehen können, das war mir hinten einen Ticken zu offen. In der ganzheitlichen Performance müssen wir uns einfach noch weiterentwickeln.“ Weniger zu einfache Ballverluste, mehr Ruhe im Spiel und Spielkontrolle will er in Zukunft sehen. Am besten schon am Donnerstag, wenn es in Schweden im EL-Play-off-Hinspiel bei Mjällby zu bestehen gilt. Der Club ist nach 16 Partien Elfter in der Liga, zeigte aber am Samstag mit einem 4:3 nach 0:3-Pausenrückstand gegen Leader Sirius auf. „Wir sind auf jeden Fall Europa-League-reif. Dafür müssen wir aber den nächsten Gegner bezwingen. Es warten zwei sehr schwere Spiele“, prognostizierte Salzburgs Coach.
Die Tiroler haben fast zwei Wochen Zeit, die zweite Niederlage zu verdauen, sind erst am 28. August in Lustenau wieder im Einsatz. Da soll das Punktekonto von einem Zähler aufgefettet werden. „Nervös bin ich noch nicht, ich kenne den Verein, wir müssen nur die Kirche im Dorf lassen“, betonte WSG-Coach Philipp Semlic, der „sehr viel Gutes“ im Spiel seiner Truppe sah. Noch ein paar Verstärkungen sollen ihm das Leben in Zukunft leichter machen. „Ich bin überzeugt, dass der Sportdirektor noch die richtigen Dinge machen wird, Spieler kommen werden, die auch zu uns passen“, sagte Semlic. Im Raum steht etwa die Rückkehr des aktuell vereinslosen Matthäus Taferner.
Violette Erleichterung
Der Wiener Austria gelang nach den Erfolgen in der Conference-League-Qualifikation endlich auch in der Meisterschaft ein Befreiungsschlag. Mit den ersten Punkten reichte die Elf von Stephan Helm die Rote Laterne an die Hartberger weiter und kann nun mit breiter Brust nach Braga zum Play-off-Hinspiel am Donnerstag reisen. „Ich bin sehr froh, dass wir in der Bundesliga anschreiben konnten“, sagte Helm, der seit Wochen die richtige Balance zwischen Doppelbelastung seiner Spieler und Rotation in der Startelf sucht.
Helm lobt Torschütze Nnodim: „Hat es sehr gut gemacht“
Sieben Neue brachte er im Vergleich zum 120-minütigen Fight plus Elfmeterschießen gegen Beitar Jerusalem. „Es ist eine Challenge, wenn du vor drei Tagen so ein emotionales Hoch hast, die Spannung wieder aufzubauen. Plus die Konstellationen sich am Spielfeld immer verändern. Dann ist es ganz klar, dass die Abläufe einen Ticken darunter leiden. Bis jetzt haben wir das aber sehr gut bewältigt. Es geht sehr viel über den Kopf, und das hat mir gefallen“, erklärte Helm im Sky-Interview. Der intensive Rhythmus bringt vielen jungen Spielern Einsatzzeit, in Hartberg nutzte sie Daniel Nnodim zum schönen Führungstor. Der 18-Jährige ist in Wien aufgewachsen und violettes Eigengewächs, aber auch deutscher Staatsbürger. Entscheidungen stehen an: für welches Land er spielen will und ob er seinen Vertrag bei der Austria verlängert.
Hartberg wartet dagegen noch auf das erste Erfolgserlebnis. Das schwere Startprogramm mit Spielen gegen Salzburg, Sturm und Austria hatte es in sich, null Punkte und null Tore sind dennoch enttäuschend. „Wir hätten uns nach diesen drei Spielen alle mehr erwartet“, sagte Coach Markus Schopp. „Ich bin relativ klar und streng, weil ich der Meinung bin, in allen drei Spielen hätten wir die Möglichkeit gehabt und du musst irgendwann anfangen dich zu belohnen, und das tun wir nicht. Wir waren in vielen Bereichen zu naiv“, ärgerte er sich.

