Salzburg bleibt ungeschlagen – Sturm schon aus dem Titelkampf?
Red Bull Salzburg hat die erste Hälfte des Grunddurchgangs ungeschlagen absolviert und liefert dem SK Rapid einen Kampf an der Spitze der ADMIRAL Bundesliga, Vizemeister Sturm hinkt den Ansprüchen dagegen hinterher. Acht Punkte und unterschiedliche Formkurven trennen die beiden Clubs vor dem direkten Duell zu Beginn der Rückrunde nächsten Sonntag in Graz. Salzburg spielte beim 5:1 gegen Austria Lustenau groß auf, der SK Sturm enttäuschte mit einem 1:1 bei Schlusslicht WAC.
Einen „sehr souveränen Auftritt“ attestierte Coach Danny Röhl seiner Mannschaft nach dem sechsten Sieg im sechsten Saisonheimspiel. Viel Tempo, flüssige Kombinationen und schöne Tore sah Röhl in der ersten Halbzeit gegen heillos überforderte Gäste, ehe seine Mannschaft nach der Pause ein bisschen vom Gas gehen konnte. „Es hätte das eine oder andere Tor mehr sein können. Aber die Tore muss man auch erst einmal machen“, sagte der Coach.
War es gegen LASK Torjäger Haris Tabakovic mit einem Hattrick, verteilten sich die Treffer sehr zu seiner Freude diesmal auf vier Spieler. Mit Yorbe Vertessen, Frans Krätzig und Tim Drexler trafen auch drei Spieler, die mithalfen, die vielen Ausfälle zu kompensieren. „Der Kader ist qualitativ und quantitativ groß genug und wir haben sehr viele Waffen“, erklärte Röhl, dessen Team mit drei Punkten Rückstand auf Rapid in die Rückrunde startet.
Fehlende Frische bei Sturm
Sturm verlor das Spitzentrio mit zwei Last-Minute-Unentschieden gegen Ried und den WAC aus den Augen. Drei Punkte sind es auf den LASK, elf auf Rapid. Fabio Ingolitsch wollte die Tabellensituation nicht groß kommentieren, seine Mannschaft kommt momentan am Zahnfleisch daher. Wobei der Trainer nach dem müden Auftritt im Lavanttal die Athletikwerte weiterhin als „Toplevel“ bezeichnete und vielmehr auf fehlende mentale Frische hinwies. Seit Wochen spielen angesichts von vielen Verletzten dieselben 13, 14 Spieler. „Man merkt, dass wir ungenauer werden“, sagte Ingolitsch bei Sky. „Wir haben viel gespielt in den letzten Wochen. Es ist nicht einfach“, meinte Oumar Diakite, der Sturm mit einem Handelfmeter in der 95. Minute noch einen Punkt rettete.
Vor dem Aufeinandertreffen nächsten Sonntag und einer Länderspielpause sind beide Clubs am Donnerstag noch international gefordert. In der Europa League gastiert Salzburg bei RSC Anderlecht in Belgien, Sturm Graz empfängt den slowenischen Außenseiter Celje – ein Schlüsselspiel im Aufstiegsrennen. „Am Donnerstag in der Europa League werden wir wieder alles geben“, versprach Diakite. Ingolitsch: „Jetzt kommen noch zwei Highlightspiele mit einer anderen Charakteristik, wo wir uns wieder leichter tun, wenn wir nicht das Spiel machen müssen.“
Schmid glaubt an den Turnaround
Obwohl dem WAC nur Sekunden zum großen Befreiungsschlag fehlten, bilanzierte Trainer Manfred Schmid bei allem Ärger über den Elfmeterpfiff zufrieden. „Ich bin stolz darauf, wie die Jungs in dieser schwierigen Situation verteidigt und Fußball gespielt haben. Ich habe eine Mannschaft vorgefunden, die bereit ist zu arbeiten. Jetzt müssen wir gemeinsam da rauskommen“, sagte Schmid nach dem ersten Punktgewinn seiner zweiten Ära beim WAC. Kommenden Samstag wartet der schwere Gang nach Hütteldorf.
Lustenau hingegen machen sechs Niederlagen in den jüngsten sieben Spielen Sorgen. Trainer Markus Mader musste nach dem Cup-Coup gegen Sturm erneut Zweikampfführung und taktisches Verhalten kritisieren. „Wir haben fast alle Prinzipien vermissen lassen und nicht den nötigen Mut gehabt.“ In der Fremde schaute bisher nur ein Punkt heraus. Es wird wohl eine ungemütliche Trainingswoche im Ländle, dann will man bereit sein für die anstehenden zwei Partie gegen die unmittelbaren Konkurrenten GAK und WSG Tirol. „Jetzt haben wir ganz, ganz wichtige Spiele vor uns, da geht es um alles, und ich garantiere, dass wir nächste Woche ein anderes Gesicht zeigen werden“, erklärte Mader, der mit seinem Team nur zwei Punkte vor dem WAC liegt.
