Scheib nach Sturz in Sölden: „Zu viel Risiko genommen“
Nach dem Sturz im ersten Lauf des Weltcup-Riesentorlaufs von Sölden sind bei Julia Scheib gleich Erinnerungen an den Horror-Crash im vergangenen November im Training von Copper Mountain hochgekommen. Und wie schnell sie dies weggesteckt hatte und dann im Rennen auf Platz zwei gefahren war. Nach der ersten Einschätzung, dass sie zwar das Knie spüre, aber nichts Gröberes passiert ist, blickt die Kugelverteidigerin nach vorne und will das gute Gefühl auf Skiern konservieren.
„Ich habe mich richtig gut gefühlt, ich habe einen guten Flow gehabt. Ich habe bei einem Tor zu viel Risiko genommen, dann war es sehr schnell vorbei. Ich war zu knapp dran und bin mit Schützer oder Hand hängengeblieben“, erzählte die Steirerin. „Das Allerwichtigste ist, dass vom Knie her alles passt. Es hat gut ausgeschaut, aber es zeigt, dass der Skisport ein schmaler Grat ist. Schade.“ Ihre Karriere war wegen zwei Kreuzbandrissen bereits mehrfach unterbrochen.
Die Topzeit beim Moment des Ausfalls auf dem Rettenbachferner nimmt sie mit in die lange Rennpause. „Es ist besser, wie wenn ich jetzt hinten gewesen wäre. Schade, dass das nächste Rennen noch ein bissl dauert. Ich habe eine gute Ruhe gehabt, was es dann schon auch braucht. Das will ich mitnehmen.“ Nach einer intensiven Zeit in der Vorbereitung wird sie sich nun vorerst dem Super-G-Training widmen. Ihr nächstes Rennen ist der Riesentorlauf am 28. November in Killington.
Abhaken und analysieren
Scheib hatte in der vergangenen Saison fünf Siege gefeiert, darunter beim Auftakt in Sölden. Was aber vor rund einem Jahr in Copper Mountain passiert war, hatte Gruppentrainer Martin Sprenger im Vorfeld des Weltcup-Auftakts speziell angesprochen. „Die Athletin sieht es vielleicht anders, aber für mich mit der Außensicht war das fast das wichtigste Rennen der Saison. Dass sie nach diesem schweren Sturz Zweite geworden ist. Und es war wirklich ein brutaler Sturz.“
Zu sehen, wie schnell es gehen kann – und das in beide Richtungen – sollte helfen. „Es dauert nicht lange bei mir, den Horrorsturz in Copper Mountain im Training habe ich auch relativ schnell abgehakt gehabt“, erinnerte Scheib. Freilich dauert es dieses Mal aber Wochen, bis es den nächsten Renneinsatz gibt. „Ich werde den Fehler gescheit analysieren, dass das nicht mehr passiert.“
