Schmid „kein Magier“: WAC-Misere geht vorerst weiter
Der schon so lange ersehnte Erfolg ist auch mit Manfred Schmid nicht gleich ins Lavanttal zurückgekommen. Zwei Tage, nachdem der Wiener beim WAC von Thomas Silberberger das Traineramt übernommen hat, setzte sich die Negativserie in der Bundesliga mit einem 0:1 beim TSV Hartberg fort. „Es dauert, das geht nicht von heute auf morgen, ich bin Fußballtrainer und kein Magier“, forderte Schmid nach der sechsten Niederlage in Serie Geduld für die verunsicherte Mannschaft ein.
Die defensive Ausrichtung zeitigte in der ersten Hälfte Erfolg, nach der Pause hatte der WAC den Hartbergern aber nichts mehr entgegenzusetzen. „Wir hatten Probleme im Verteidigen, natürlich ist das auch eine mentale Geschichte, wenn du so lange nicht gewinnst, verunsichert bist. Man hat gesehen, dass einige Spieler sich nicht mehr angeboten haben, die Räume nicht mehr angelaufen sind, wir haben unsere Positionen nicht mehr gefunden, die Bälle viel zu früh leichtfertig weggeschlagen“, erklärte Schmid im Sky-Interview.
Schmid fordert Geduld: „Bin Trainer und kein Magier“
„Eineinhalb Trainings“ hatte Schmid mit der Mannschaft, bis zum nächsten Spiel bleibt auch nicht viel Zeit. Am Dienstag gastieren die Kärntner im ÖFB-Cup bei Zweitligist FC Hertha in Wels. Dann soll zu der eine Halbzeit lang starken Defensive auch die Offensive anspringen. „Wir müssen vorne effizienter werden, defensiv war es ein Schritt nach vorne“, meinte Dominik Fitz. „Jetzt müssen wir schauen, dass die Punkte dazukommen“. Das wird in den nächsten Wochen mit den Spielen gegen Sturm Graz nächsten Sonntag und Rapid am 6. November schwer genug.
Schopp freut sich bei Sieg gegen WAC gleich doppelt
Die Wende, die der WAC unter Schmid erhofft, hat Hartberg schon hinter sich. Nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen mussten sich die Steirer in sieben Spielen nur noch einmal geschlagen geben. Mit den hochverdienten drei Punkten kletterte der TSV bereits auf Rang fünf, für Trainer Markus Schopp gab es doppelten Grund zur Freude. Den Sieg fixierte sein Sohn Konstantin mit seinem ersten Bundesliga-Treffer per Kopf nach Kainz-Hereingabe in der 85. Minute. Das Tor „war große Klasse. Erstens ist die Flanke großartig und wie er sich dann durchsetzt. Auch dass sich Konstantin belohnt hat, ist, was er sich verdient hat, weil er in den letzten Wochen überragend gespielt hat“, freute sich der Vater.
Schopp über Heimsieg: „Absolut verdient“
Konstantin Schopp ist einer der jungen Spieler, auf die Markus Schopp setzt. Sieben Spieler im Alter von 19 bis 22 Jahren standen gegen den WAC in der Startformation. „Ein paar Junge entwickeln sich prächtig. Die Konkurrenz, die da entsteht, ist total spannend“, sagte Schopp und blickte sehr positiv in die Zukunft: „Wir haben ganz viel Potenzial, viel besser zu werden.“
GAK gibt sich mit Remis zufrieden
Gute Unterhaltung, aber wenige Tore wurden den 1.370 Zuschauern auf dem Innsbrucker Tivoli geboten. Die frühe Führung des GAK durch einen von Alexander Hofleitner geschossenen und recht großzügig zugesprochenen Foul-Elfmeter stieß auf Unverständnis bei Philipp Semlic. „Der Elfmeter, der keiner war, hat das Spiel zugunsten des GAK verändert“, ärgerte sich der WSG-Trainer, dessen Truppe erst durch Joker Nikolai Baden Frederiksen (63.) zum Ausgleich kam. Die Partie war flott und ansehnlich, die spielerische Dominanz der Tiroler in der zweiten Hälfte noch größer.
„Weit und breit kein Elfmeter“: Semlic kritisiert Schiedsrichterteam
„Leider haben wir das Spiel nicht noch komplett gedreht. Wenn du dann beide Halbzeiten gegenüberstellst, ist es ein verdientes X“, sagte Semlic. Sein GAK-Pendant Gerald Scheiblehner bedauerte es, den Sack nicht früher zugemacht zu haben, durfte schließlich aber nicht unzufrieden sein mit einer guten Reaktion auf die 1:6-Derby-Schmach gegen Sturm in der Vorwoche. „Am Ende haben wir gefühlt noch ein bisschen Glück gehabt, dass wir mit einem Punkt heimfahren.“
