Tabellenführer und Tormaschine: Rapid für intensive Derby-Woche gerüstet
Neun von zehn Ligaspielen gewonnen, ein Torverhältnis von 31:9 und weiter Tabellenführer: Der SK Rapid ist für den anstehenden „Derby-Doppelpack“ bestens gerüstet. Mit einem 5:1 gegen Aufsteiger Austria Lustenau schossen sich die Hütteldorfer am Samstag für die Duelle mit Zweitligist Vienna im Cup und dem schwächelnden Erzrivalen Austria in der Liga warm. „Wir sind im Flow geblieben, ich liebe es zu sehen, wie wir aktuell Fußball spielen“, sagte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup.
Vor allem der Auftritt der Wiener vor der Pause war glanzvoll. „Uns ist es gelungen, die hohe Qualität, die wir haben, zu zeigen. Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir im Flow sind. Die ersten 25 Minuten waren überragend“, analysierte der Däne. Ein früher Doppelschlag von Ercan Kara (7.) und Nenad Cvetkovic (8.) leitete den Sieg ein, Yusuf Demir erhöhte mit einem von zwei Treffern (41./Elfmeter, 67.) noch vor der Pause. Der Schlusspunkt war „Joker“ Marco Tilio (85.) vorbehalten. Der Heimsieg hätte noch deutlich höher ausfallen können.
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Rapid bleibt bescheiden: „Füße am Boden halten“
„Wir hätten eigentlich mehr Tore machen müssen, bei einem 5:1 will ich mich aber nicht beschweren“, betonte Linksverteidiger Jannes Horn. Sein Trainer schlug in dieselbe Kerbe. „Wir hatten so viele große Chancen, schauen aber auf das Gute, dass das Werkl momentan läuft.“ Rapid stellte einmal mehr unter Beweis, dass die Favoritenrolle keinen Rucksack mit sich bringt. Fünf der jüngsten sechs Pflichtspielsiege waren am Papier erwartet worden, nur mit dem LASK (2:0) war man seit der 1:5-Niederlage in Salzburg auch auf einen Topgegner getroffen. „Es ist wichtig, dass wir die Füße am Boden halten, da habe ich eine große Verantwortung“, betonte Hoff Thorup.
Am Dienstag wartet auf der Hohen Warte im Cup-Achtelfinale mit der Vienna noch ein größerer Underdog, der allerdings in der 2. Liga im Titelrennen als Zweiter mitmischt. „Die Vienna hat einen Lauf und nichts zu verlieren. Und Cupspiele sind immer ekelhaft“, warnte Horn. Vergangenes Jahr war für Rapid schon unter Hoff Thorup im Viertelfinale in Ried Endstation. Dieses Mal soll das nur eine weitere Zwischenstation sein. „Wir wollen uns nicht ausruhen, immer mehr, sind hungrig auf den Cup“, betonte der deutsche Abwehrspieler.
Rotation gegen Vienna erwartet
Hoff Thorup forderte zwei Dinge: „Wir müssen mit der gleichen Disziplin reingehen und das Selbstvertrauen auf dem Platz zeigen.“ Kein Gedanke dürfe noch an das Spiel gegen die Austria, die 20 Punkte weniger hat, verschwendet werden. „Nur das nächste Spiel zählt“, betonte Rapids Coach. Um im richtigen Derby die Einserformation bringen zu können, wird gegen die Vienna „rotiert“. Auch deshalb hatte Hoff Thorup gegen Lustenau erst spät gewechselt, um am Dienstag mehr Frische am Platz haben zu können. Seidl sprach von einer „extrem wichtigen“ Woche. Horn war „überzeugt, dass wir zuerst das kleine und dann das große Derby gewinnen werden.“ Dann würde eine Top-Saisonbilanz in noch besserem Glanz erstrahlen.
„Wenn man von zehn Spielen neun gewinnt, kann man sich nicht beschweren. Ich freue mich aber vor allem, dass wir so gut mit dem Ball spielen. Und es ist auch nicht so, dass wir glücklich gewinnen, uns einer vor die Füße fällt“, meinte Horn. Vergangenes Jahr hätte man sich bei einer 2:0- oder 3:0-Führung zurückgezogen. „Jetzt bleiben wir hungrig.“ Demir ist einer davon, der das Spiel prägt. „Er hat einen großen Schritt gemacht, jetzt ist die nächste Challenge, über die gesamte Saison top zu performen“, erläuterte Hoff Thorup.
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Lustenau gegen Tabellenführer „überfordert“
Bei den Lustenauern zeigt die Formkurve nach unten. In den jüngsten sechs Runden gab es für den Aufsteiger fünf Niederlagen, drei zuletzt. Der Polster des Zehnten auf Schlusslicht WAC beträgt nur drei Zähler. Auch deshalb sprach Kapitän Pius Grabher von einem „sehr gemischten“ Fazit. Sein Trainer trauerte nicht den vergebenen „Bonuspunkten“ nach, vielmehr hätte er lieber zuvor mehr Zähler eingefahren. „Da haben wir gegen vermeintliche direkte Konkurrenten Punkte liegen gelassen. Das tut weh“, unterstrich Mader. Gegen Rapid habe man die erste Hälfte verschlafen. „Wir waren mit dem Gegner und der Stimmung überfordert. Da ist eine Wucht auf uns zugekommen, die wir nicht stoppen konnten“, ergänzte Grabher.
