Sky-Transfervorschau | Teil 1: Kalte Tage – heiße Deals!

Transferfieber statt Winterschlaf – Die ADMIRAL Bundesliga taut nach kurzer Verschnaufpause wieder auf. Die Frage, die sich vor dem Jahreswechsel stellt: Feinschliff oder Umbruch? Wenn der Jänner kommt, wird nachgerüstet, ersetzt oder ausgedünnt. Alle Jahre wieder öffnet der Transfermarkt in Österreich am 1. Jänner 2026 um 00:00 Uhr und hat seine Pforten für Neuzugänge bis 6. Februar 2026 um 17 Uhr geöffnet.

Genügend Zeit somit für den einen oder anderen Bundesligisten, Schlüsselpositionen zu verstärken, in gewissen Mannschaftsteilen nachzubessern oder den Kader einer Verschlankungskur zu unterziehen. Doch diesmal stehen nicht nur Spieler im Fokus, auch einige Trainerposten sind vakant oder wurden bereits gewechselt. Zur Einstimmung auf die schönste Zeit für Fußballenthusiasten, abgesehen vom „Rollenden Leder“ gibt’s eine Vorschau auf den bevorstehen Transferwinter von unserem Sky-Transferinsider Eric Niederseer – von vakanten Positionen, über „Players to watch“, bis hin zu den heißesten Transferaktien der zwölf Bundesligisten. Einen Überblick zu den ersten vier Bundesligisten gibt’s in Teil Eins der Sky-Transfervorschau.

SK Rapid

Ausgangslage

Im Sommer erfolgte der große Umbruch in Hütteldorf – auf der Trainerposition sowie im Spielersektor mit neun gänzlich neuen Gesichtern im Trikot der Grün-Weißen. Und den Abgängen von Leistungsträgern wie Isak Jansson, Mamadou Sangaré, Dion Beljo oder Guido Burgstaller. An der Kaderdichte wurde ordentlich gefeilt, um für die Dreifachbelastung und einer ähnlich langen internationalen Reise wie im Vorjahr im Drei- bzw. Vier-Tages-Rhythmus vorbereitet zu sein. Ein halbes Jahr später steht in Hütteldorf Vieles Kopf: neuer Trainer, neue Ausrichtung, nur der 7. Tabellenrang in der ADMIRAL Bundesliga und ein enttäuschendes Aus in der UEFA Conference Ligaphase. Entgegen den Erwartungen des Vereins, ist der SK Rapid im Frühjahr 2026 nur mehr in zwei Wettbewerben vertreten.

Die Neuzugänge, für die viel Geld in die Hand genommen und teils erst spät verpflichtet wurden, blieben den hohen Erwartungen bis dato größtenteils schuldig. Der Fokus in Hütteldorf wird im kommenden Winter aufgrund der geringeren Belastung im Frühjahr darauf liegen, den Kader an gewissen Positionen auszudünnen – und wenn sich die Gelegenheit ergibt, auf der einen oder anderen Position qualitativ zu verstärken. Vieles steht und fällt jedoch mit den Kadervorstellungen des neuen Trainers Johannes Hoff Thorup, in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer Sport Markus Katzer.

Schlüsselpositionen

Ob des Abgangs von Mamadou Sangaré und der, bis dato nicht adäquaten Nachbesetzung dieser Position, bleibt vor allem die Sechserposition beim SK Rapid die Achillesferse. Zudem ergibt sich die komplizierte Situation, dass der eigentlich, logische Sangaré-Nachfolger Martin Ndzie derzeit beim Afrika Cup weilt und Teile der Wintervorbereitung verpassen könnte. Auf dieser Position hängt Vieles von den Vorstellungen des neuen Cheftrainers Hoff Thorup ab und ob man Martin Ndzie, mit Fitnessdefiziten in sein erstes Halbjahr bei Rapid gestartet, den Durchbruch im Frühjahr noch zutraut. Der Markt wird dahingehend sicherlich sondiert.

Auch im Sturmzentrum konnte im Sommer keiner der gewünschten, klassischen Neuner mit einer gewissen Torquote verpflichtet werden. Anstelle von Michael Gregoritsch, Jonathan Braut Brunes, Erencan Yardimci oder Marko Arnautovic, die allesamt Thema in Hütteldorf waren, verpflichtete man in persona Claudy Mbuyi, Ercan Kara und Janis Antiste drei grundverschiedene Stürmertypen, bei denen bereits im Vorhinein bewusst war, dass sie die 40 Pflichtspieltore von Burgstaller, Beljo und Jansson aus der Vorsaison wohl kaum alleine auffangen werden können. Eine weitere Variable für eine Verpflichtung im Angriff stellt die Personalie von Janis Antiste dar, dessen Leihe mit Kaufplicht von US Sassuolo Calcio im Winter aufgelöst werden soll. Die Scoutingmaschine in Hütteldorf wurde bereits angeworfen, mehrere Stürmer wie u.a. Erik Botheim (Malmö FF) stehen auf der Scoutingliste.

Zudem ergibt sich auf der Torwartposition ein weiteres Fragezeichen. Niklas Hedl, der ab Sommer in sein letztes Vertragsjahr gehen würde, weckte bereits im vergangenen Transferfenster das Interesse u.a. von Norwich City (damals unter der Leitung des jetzigen Rapid-Chefcoach Johannes Hoff Thorup). Ob des wochenlagen Verlusts seines Nummer Eins-Status im Tor der Hütteldorfer ist es jedoch fraglich, ob im Winter bereits ein passendes Angebot eintrudelt. Sollte Hedl den Verein verlassen, könnte aufgrund des ungünstigen Zeitpunkts im Winter eine Leihe als Lösung dienen. Zudem hält der SK Rapid die Augen nach einem linken Innenverteidiger offen, der einen zukünftigen Abgang des, mindestens bis Jänner verletzten, Serge-Philippe Raux-Yao auffangen soll.

Transferaktie

Einer der wenigen Kaderspieler, dem im Jahr 2025 der Durchbruch gelang, der eine annähernd konstante Leistungskurve vorweisen und seinen Marktwert vervielfachen konnte, ist Nikolaus Wurmbrand. Er gilt als der Shootingstar in Hütteldorf sowie im österreichischen Nationalteam und als eine der heißesten, österreichischen Transferaktien. Sollte der 19-Jährige seine gezeigten Leistungen auch im Frühjahr abrufen können und er als Draufgabe in den WM-Kader einberufen werden, ist ein Abgang im Sommer mehr als denkbar. Interessenten gibt es bereits, mit einem Abgang im Winter ist aber nicht zu rechnen, da sich sein Transferwert in Richtung Sommer definitiv noch steigern könnte.

Trainerposten

Im Jahr 2025 standen beim SK Rapid mit Robert Klauß, Stefan Kulovits und Peter Stöger bereits drei Trainer an der Seitenlinie. Noch vor dem Jahreswechsel folgte mit Johannes Hoff Thorup der vierte Trainer, der Rapid nun in ein erfolgreicheres Jahr 2026 führen soll. Nachdem in einer ersten Selektionsrunde zunächst mit rund 20 Kandidaten erste telefonische Gespräche bzw. Videocalls geführt wurden, bestand die Shortlist zuletzt nur mehr aus zwei Kandidaten: Johannes Hoff Thorup und Henrik Rydström, die persönlich in Hütteldorf vorstellig wurden. Der 36-jährige Däne Hoff Thorup setzte sich schlussendlich durch.

Er steht für einen intensive, angriffslustige und dominante Spielphilosophie, eine offensive Ausrichtung im 4-3-3 und ist für die Entwicklung von jungen Talenten bekannt. Zudem hat er bei seinen bisherigen Stationen Nordsjaelland und Norwich City in der Championship bereits zwei spannende Adressen in seiner Vita. Offen ist bis dato noch, wie der Trainerstab der Hütteldorfer nach dem Jahreswechsel aussehen wird. Eine Spur könnte zum Ghanaer und ehemaligen Chelsea- und Real Madrid-Mittelfeldmann Michael Essien führen, der in 67 Pflichtspielen als Co-Trainer an der Seite von Hoff Thorup beim FC Nordsjaelland stand. Die Krux: der Vertrag des ehemaligen Mittelfeldstrategen in Dänemark läuft noch bis mindestens 2027.

Offiziell: Rapid präsentiert neuen Cheftrainer

SCR Altach

Ausgangslage

Was den Kader der Rheindörfler betrifft, haben derzeit wohl die Vertragsverlängerungen von Schlüsselspielern wie u.a. Dejan Stojanovic, Paul-Friedrich Koller, Benedikt Zech und Mike-Steven Bähre Vorrang für Sportdirektor Philipp Netzer. Zudem stehen die Vorarlberger nach einem ordentlichen Herbst in der Tabelle solide da und stellen die derzeit beste Defensive der gesamten Bundesliga. Sollte es keine Abgänge geben, ist es fraglich, ob es in Altach punktuelle Verstärkungen geben wird. Die Trainersuche hat oberste Priorität, nachdem Fabio Ingolitsch die Vorarlberger am 29. Dezember 2025 in Richtung SK Sturm Graz verlassen hat.

Transferaktie

Abgesehen vom absoluten Schüsseltransfer des Sommers, Patrick Greil, gibt es je her um Mohamed Ouedraogo immer wieder Gerüchte. Der 22-jährige Linksverteidiger, der aufgrund seines Alters und Profils, als Aktie gilt, rückt auch im Winter wieder in den Fokus einiger Interessenten. Konkrete Angebote könnten folgen und ein potenzieller Ersatz ist Stand jetzt nicht ausgeschlossen. Zumindest hält der SCR Altach derzeit bereits die Augen nach einer Alternative offen, sollte sich Ouedraogo für den nächsten Karriereschritt entscheiden.

Eine weitere Personalie, die ob des Abgangs von Fabio Ingolitsch zu Sturm Graz spannend werden könnte, ist die von Innenverteidiger Paul-Friedrich Koller. Der 34-fache, österreichische U-Nationalspieler stand bereits im Sommer 2024 beim SK Sturm im Gespräch. Koller war in der bisherigen Herbstsaison mit 80,68 % gewonnen Defensivzweikämpfen der zweikampfstärkste Innenverteidiger der gesamten ADMIRAL Bundesliga. Durch den Wechsel von Kollers Ex-Trainer Ingolitsch nach Graz und des Bedarfs von Sturm nach einem Defensivspieler könnte Koller erneut in den Fokus der Grazer rücken.

Grazer AK

Ausgangslage

„Kleine Korrekturen kann es immer geben“, meinte GAK-Sportdirektor Tino Wawra zu potenziellen Neuverstärkungen nach dem letzten Bundesligaspiel am 13. Dezember. Öffentliche Äußerungen zu Verstärkungen in der kommenden Transferperiode gab es bisher nur zu einer Position. Da Kreativspieler Zeteny Jano aufgrund einer komplizierten Verletzung (knöchernen Bänderausriss) schätzungsweise bis zumindest bis Mitte Februar ausfallen wird, soll ein Ersatz auf der 8er- bzw. 10er-Position gefunden werden. Eine weitere vakante Position könnte die des Torwarts werden. Es ist denkbar, dass der GAK den Markt sondiert, um mit Vorbild der vergangenen Frühjahrssaison eine günstige Leihe auf der Torwartposition anzustreben. Eine weitere Personalie, die spätestens im Sommer „heiß“ werden könnte, ist die des ehemaligen GAK-Akteurs Thomas Murg (53 Spiele und 13 Tore für den GAK 1902), der aktuell bei PAOK Thessaloniki unter Vertrag steht, dort aber außen vor ist.

Trainerposten

Ferdinand Feldhofer sitzt fest im Sattel und soll in der Wintervorbereitung die Weichen in Richtung frühzeitigem Klassenerhalt stellen. Vor dem Altach-Spiel in der 12. Runde hörte man aus dem Umfeld des Vereines, dass es bei einer Niederlage eng für ihn werden hätte können. Die darauffolgenden drei Siege aus vier Spielen beendeten jedoch alle Gerüchte rund um einen möglichen Trainerwechsel. Sofern es keine Negativserie in den letzten fünf Runden des Grunddurchgangs geben wird, so wird der Vorauer das Team in die Quali-Gruppe führen.

Transferaktie

Insbesondere drei Spieler haben sich mit guten Leistungen in die Auslage gespielt. Jacob Italiano, Beres Owusu und Ramiz Harakaté. Ersterer machte nicht nur mit guten Leistungen zu Saisonbeginn der Bundesliga auf sich aufmerksam, sondern glänzte auch bei seinem A-Team-Debüt für Australien, als Italiano im Oktober gegen USA und Kanada zwei Mal in der Startelf stand. Nach auskurierter Muskelverletzung (Ende Oktober zugezogen) könnte der australische Leistungsträger aber spätestens im Sommer einiges an Geld in die Kassen der Grazer spülen.

Defensivmann Beres Owusu entwickelte sich in kurzer Zeit zum Stammspieler und zum formstärksten Defensivmann der Grazer: schnell, körperlich stark, guter Spielaufbau sind die Attribute des jungen Franzosen. Owusu hat alle Anlagen, um zukünftig den Sprung in eine Top 5-Liga zu schaffen. Der Verein hat sich zudem eine Kaufoption für Sommer in der Leihe bis zum Saisonende von AS Saint-Etienne verankert.

++ Die Ankick-Stats von Beres Owusu im Überblick ++

Last but not least: Ramiz Harakaté. Der 23-jährige Franzose stellte, speziell in der zweiten Hälfte der Herbstsaison, sein Tempo und seine Torgefahr eindrucksvoll unter Beweis. Der Angreifer steuerte u.a. von Runde 12 bis 15 drei Tore und drei Vorlagen bei und war maßgeblich am Turnaround der Grazer beteiligt. Genau wie Jacob Italiano (Vertrag bis Juni 2027), steht auch Harakaté (Vertrag bis Juni 2028) beim GAK 1902 noch über den Sommer 2026 hinaus unter Vertrag, weswegen er einiges an Geld in die Kassen des Vereins spielen könnte.

SK STURM

Ausgangslage

Ein kontroverses Halbjahr ging beim SK Sturm mit dem letzten Pflichtspiel Mitte Dezember zu Ende. Im selben Atemzug war es auch das letzte Spiel von Coach Jürgen Säumel an der Seitenlinie des amtierenden Meisters. Insbesondere die jüngsten Leistungen waren – trotz eines zähen Transfersommers und des dritten Tabellenrangs in Schlagdistanz zu Tabellenführer FC Red Bull Salzburg – laut Aussagen von Geschäftsführer Sport Michael Parensen schlussendlich zu wenig. Überraschend übernahm Ex-Altach-Trainer Fabio Ingolitsch. Überraschend deshalb, da man ob des Netzwerkes von Sportdirektor Michael Parensen in Deutschland, wohl eher eine ausländische Lösung erwarten durfte.

Ingolitsch legt als Sturm-Trainer los: „Ball erstmal flach halten“:

Schlüsselpositionen

Nach dem Ende der Leihe von Stammtorwart Oliver Christensen wird Daniil Khudyakov, der fast die gesamte Herbstsaison verletzungsbedingt ausfiel, als Nummer Eins in die Frühjahrssaison gehen. Auf den dünn besetzten Außenverteidigerpositionen, die u.a. Anlass für Jürgen Säumels Kritik Ende des Jahres waren, wurde mit Jusuf Gazibegovic ein alter Bekannter bis Saisonende vom 1. FC Köln ausgeliehen, der diese Problemzone mit seiner Erfahrung stabilisieren soll.

Aufgrund des langfristigen Ausfalls des universell einsetzbaren Dimitri Lavalee, ergibt sich in der Viererkette ein Mangel an Spielern mit internationalem Format. Tim Oermann, der die Leihe bis Sommer nach Graz nutzen soll, um sich für höhere Aufgaben bei Bayer 04 Leverkusen zu beweisen, gilt als größter Potenzialspieler einer recht dünn besetzen Abwehrreihe. Aus den oben genannten Gründen ist nicht auszuschließen, dass die Grazer im Abwehrverbund mit einem Defensiv-Allrounder nochmals nachrüsten – möglicherweise via beliebtem Modell per Leihe.

Wie oben beschrieben, könnte auch Paul-Friedrich Koller wieder in den Fokus der Grazer rücken. Auf der Sechserposition steht und fällt derzeit Vieles mit der Personalie Jon-Gorenc Stankovic. Der 29-Jährige, der das Zentrum der Grazer seit Jahren prägt, stand in 27 von 28 möglichen Pflichtspielen auf dem Feld – auch weil den Grazern ein Backup als klassischer Sechser im Kader fehlt, der den im Herbst teilweise überspielten Gorenc Stankovic entlasten hätte können.

Transferaktie

Als eine der heißesten Aktien im derzeitigen Kader gilt der 22-jährige Däne Tochi Chukwuani, der im Mittelfeld variabel einsetzbar ist, den Christian Ilzer bei seinem Abgang zur TSG Hoffenheim bereits „mitnehmen“ wollte und der in den kommenden Transferperioden gewinnbringend verkauft werden könnte. Zu Chukwuani gesellt sich in dieser Rubrik der polnische Sommerneuzugang Filip Rózga, der bei seinen Einsätzen sein Talent und seine Klasse immer wieder aufblitzen lassen konnte und perspektivisch zu einer heißen Transferaktie der Grazer heranwachsen wird.

An vorderster Front gelten Belmin Beganovic sowie der Langzeitverletzte Leon Grgic ebenfalls zu Akteuren, die in Zukunft Transfererlöse bringen sollen. Beganovic soll in Graz die nächsten Entwicklungsschritte gehen. Leon Grgic hingegen stand im Sommer schon vor einem Abgang zu Dinamo Zagreb, der sich trotz intensiven Gesprächen schlussendlich doch zerschlug. „Alle Halbjahre wieder“ gilt für Innenverteidiger Emmanuel Aiwu, der zu Beginn der Winter-Transferperiode als Abgangskandidat gehandelt wird und den SK Sturm bei einem passenden Angebot sowie adäquater Nachbesetzung verlassen könnte.

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Foto: GEPA