Auf die "Joker" ist Verlass gewesen: Sturm Graz hat im zweiten Saisonspiel in der ADMIRAL Bundesliga dank der Wechselspi

Sturm siegt dank „Gamechanger“ Weiper – Erster Saisonerfolg für GAK

Auf die „Joker“ ist Verlass gewesen: Sturm Graz hat im zweiten Saisonspiel in der ADMIRAL Bundesliga dank der Wechselspieler erstmals gewinnen können.

„Wir haben von der Bank richtig Qualität reinbringen können, es waren keine Wechselspieler, sondern Gamechanger“, betonte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch. Besonders stach beim 2:0-Erfolg im Duell mit Gastgeber Hartberg Stürmer Nelson Weiper hervor, der mit seinen ersten beiden Toren „Lust auf mehr“ machte, wie Ingolitsch sagte.

Der 34-Jährige brachte in der 62. Minute im Rahmen eines Dreifachtausches Weiper, Simon Seidl und Emran Soglo, und der Schachzug ging voll auf. Sicher auch begünstigt durch die Tatsache, dass Hartbergs Konstantin Schopp kurz zuvor mit der Gelb-Roten Karte (60.) des Platzes verwiesen worden war. „Eingewechselt, Doppelpack, Sieg, das war gut. Man kann sagen, dass der Trainer ein goldenes Händchen hatte, es ist krass, dass alle drei an den Toren beteiligt waren, das sieht man nicht so oft“, sagte Weiper. Jeweils nach Vorarbeit von Seidl schloss der 21-jährige Leihstürmer von Mainz im Strafraum eiskalt ab, in den Minuten 69 und 81 war er erfolgreich.

Weiper trifft trotz körperlicher Probleme

Zum Stammspieler dürfte er trotzdem nicht so schnell werden, machen dem Sommer-Zugang doch körperliche Probleme zu schaffen. Laut Ingolitsch habe sich Weiper für die „radikale Variante“ entschieden, demnach versuche er mit regelmäßigen Schmerzmitteln und Spritzen „im Prozess zu bleiben“. „Leider ist er nicht so fit wie gewünscht, deshalb müssen wir sehr behutsam mit ihm umgehen, weil wir nachhaltig was mit ihm vorhaben“, erläuterte Ingolitsch. Sollte er jedes Mal auf ähnliche Art als „Joker“ glänzen, wird das für die Grazer auch okay sein. „Jetzt heißt es für ihn, bodenständig bleiben und vor allem fit werden. Er ist ein Neuner, der in der Box Spiele entscheiden kann. So einen haben wir vergangene Saison so nicht gehabt.“

Weiper gab zu, noch angeschlagen zu sein, betonte aber auch, dass er sich nach schwierigen Wochen immer besser fühle. Am Dienstag will er deshalb im Champions-League-Quali-Rückspiel gegen Fenerbahce Istanbul nach dem Hinspiel-0:2 auch einen Beitrag leisten. „Wir haben dort zwei unnötige Gegentore bekommen. Wenn wir ein Tor machen, egal ob in der 1. oder 85. Minute, ist alles möglich, dann brennt die Hütte“, sagte der DFB-Nachwuchs-Teamspieler. Das siebente Saison-Pflichtspiel wird erst das zweite in Graz sein. Und das, nachdem es am Samstag das fünfte Auswärtsspiel innerhalb von 15 Tagen gegeben hatte. „Ich glaube nicht, dass es im Weltfußball ein vergleichbares Programm gibt“, sagte Ingolitsch.

Hartberg noch punkt- und torlos

Umso erfreuter war er über den „hart erkämpften Pflichtsieg“ seiner Truppe. „Die Mannschaft ist extrem zusammengewachsen, sehr stabil, ich bin super happy, wie wir auftreten“, fasste Ingolitsch zusammen. Die vier Punkte würden einen „sauberen“ Ligastart bedeuten. Die Hartberger sind demgegenüber punkt- und torlos. Das aber wenig überraschend, zumal der TSV nach Salzburg (0:1) wieder gegen ein Topteam ranmusste. „Ich bin nicht zufrieden mit dem Resultat, aber mit der Richtung, in die die Mannschaft geht. Es gab viele Dinge, die gut waren. Die Spieler wachsen Minute für Minute“, analysierte TSV-Coach Markus Schopp.

Ärgerlich war für ihn, dass sein Sohn Konstantin nach einem nicht notwendigen Trikotvergehen ausgeschlossen wurde. „Die rote Karte war eine Aktion, die weniger gut war. Bis dorthin war es aber eine tadellose Leistung“, meinte Schopp Senior. Abwehrspieler Lukas Spendhofer sprach von einem „Mörder-Auftaktprogramm“ und freute sich nun auf „Gegner, die eher auf Augenhöhe mit uns sind.“ Nach Spielschluss hatten er und seine Kollegen mit Jürgen Heil einen ehemaligen langjährigen Mitspieler in der Kabine zu Gast. Der 29-Jährige war vor der Partie offiziell vom TSV verabschiedet worden und erlebte dann eine „sehr spezielle Partie“, wie er nach dem Auswärtssieg sagte.

GAK besiegt Lustenau

Der GAK durfte gegen Lustenau nach früher Führung und einem recht unerwarteten Ausgleich letztlich doch aufatmen. Das 1:1 durch Donovan Pines (18.) egalisierte Lustenaus Dion Kacuri (51.) quasi aus dem Nichts. GAK-Coach Ferdinand Feldhofer konstatierte nach den ersten 30 überzeugenden Minuten seines Teams einen gewissen „Schlendrian“. „Da haben wir drum gebettelt“, sagte Feldhofer. Dem Auftakt-0:3 gegen Meister LASK ließen die Rotjacken aber eine deutliche Leistungssteigerung folgen, der Siegtreffer durch Alexander Hofleitner (66.) sorgte für eine Mutinjektion für die kommenden Auswärtspartien bei Rapid und dem WAC.

Ein „Dreier“ so früh in der Saison bescherte den 2024 ins Oberhaus zurückgekehrten Grazern ganz neue Gefühle, hatte man doch in den vergangenen Saisonen jeweils 13 bzw. zwölf Runden auf diesen warten müssen. „Deswegen ist der Sieg sehr wichtig“, betonte Feldhofer, dessen Truppe im Kalenderjahr 2026 vor eigener Kulisse ungeschlagen ist. Lustenau hingegen steht viel Arbeit bevor. „Sehr enttäuscht über das Resultat“ zeigte sich Trainer Markus Mader, dessen Team zum Auftakt gegen Ried ein 1:1 geholt hatte. Diesmal zeichnete man sich vor allem durch offensive Harmlosigkeit aus. „Wir haben ganz wenige Chancen kreiert, da war der Gegner einfach reifer“, sagte Mader.

Erster Saisonsieg! GAK bezwingt Aufsteiger Lustenau