Trotz Antonelli-Show in Austin: WM-Entscheidung vertagt

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Mercedes-Pilot Kimi Antonelli hat den Grand Prix von Austin in den USA gewonnen.

Die WM-Entscheidung in der Formel 1 zugunsten des 20-jährigen Italieners ist aber vertagt, weil die Verfolger Lewis Hamilton (4.) und George Russell (8.) entsprechend punkteten. Charles Leclerc (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull) fuhren als Zweiter und Dritter aufs Podest. Die nächste Chance, sich zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten zu krönen, bietet sich Antonelli in einer Woche in Mexiko.

Mit seinem neunten Karriere-Erfolg in der Motorsport-„Königsklasse“ baute Antonelli seinen satten Vorsprung fünf Rennen vor Schluss auf 123 Punkte (Russell) aus. Damit reicht ihm am kommenden Sonntag schon der neunte Platz. „Das war das Resultat, das wir gebraucht haben. Gut gemacht, lasst uns so weiter pushen“, funkte der Sieger an die Box.

Antonelli vor Titelgewinn

Seit über 70 Jahren wartet Italien auf den nächsten Formel-1-Weltmeister. 1953 hatte es Alberto Ascari geschafft. Niemand zweifelt mehr daran, dass Antonelli schon bald nachfolgen wird. Mit dem Sieg im Qualifying hatte er sich bereits in Texas in Position gebracht. Am Sonntag machte er erneut alles für seine vorzeitige Krönung. Doch noch spielte die Konkurrenz nicht mit. Russell als WM-Zweiter und Hamilton als Dritter im Klassement hätten nicht über die Ränge neun und fünf hinauskommen dürfen. „Wir sind knapp davor. Hoffentlich können wir das auch bald schaffen“, sagte Antonelli grinsend beim Siegerinterview.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff bescheinigte seinem Jungstar absolute Kontrolle und eine fehlerlose Fahrt. „Heute war es die Fahrt eines Champions, der noch kein Champion ist“, sagte Wolff auf ServusTV. Wegen des US-Mindestalters von 21 Jahren war Champagner für Antonelli auf dem Siegerpodest tabu. Schon demnächst aber kann laut Wolff ganz anders angestoßen werden. „Er muss in Mexiko durchfahren, schafft er das, dann gibt es einen Tequila. Wenn es in Brasilien passiert, dann gibt es einen Caipirinha.“

Das Spektakel war mit der Rekordkulisse von 467.000 Fans am ganzen Wochenende erneut ein Zuschauermagnet. Der Mann, auf den vor dem Rennen alle Blicke gerichtet waren, erwischte einen Blitzstart. Während Antonelli auf und davon war, wurde Verstappen von Leclerc überrumpelt, fand aber kurz darauf die Lücke, um Platz zwei zurückzuerobern. Der letztlich sechstplatzierte Red-Bull-Mann Isack Hadjar musste hingegen beide Ferraris passieren lassen. Er reihte sich auf Platz fünf vor George Russell ein. Damit waren die Spitzenpositionen – mit unterschiedlichen Reifenmischungen – bezogen.

Reifenpoker in Austin

Vorne zog Antonelli bald einsame Kreise, ehe sich ein Reifenpoker entspann. Verstappen warf die weiche Bereifung als erster Pilot ab, Teamkollege Hadjar wartete hingegen zwölf Runden länger zu. Antonelli holte sich in Runde 25 von 56 in der texanischen Hitze harte Reifen und fiel vorerst hinter Verstappen und Leclerc zurück. Kurz darauf meldete Verstappen grobe Probleme. Sein Auto sei „unfahrbar“, funkte der ratlose Niederländer. Einen Verstappen-Stopp und ein Überholmanöver später führte Antonelli das Feld über die zahlreichen Buckeln auf der Strecke wieder souverän an und brachte den Sieg problemlos ins Trockene. Dahinter schnappte sich Leclerc mit frischeren Reifen noch den Vorjahressieger Verstappen.

Verstappens Befund fiel kritisch aus. „Wir hatten im Rennen zu viele Probleme. Die Strategie war nicht gut, nicht die richtigen Reifen, das hat vielleicht den zweiten Platz gekostet“, erklärte der vierfache Weltmeister. Die positive Gesamtentwicklung stimmte ihn kurz nach dem Motor-Aus nur bedingt versöhnlich. „Die letzten zwei Rennen waren natürlich positiv. Aber es sind noch immer viele Sachen, die wir lernen müssen.“

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