Zum NACHSEHEN: „RIESENrad – Sportgrößen im Waggon 28“ mit Dennis Novak

via Sky Sport Austria

In der fünften Ausgabe  von „RIESENrad – Sportgrößen im Waggon 28“ trifft Sky-Moderatorin Kimberly Budinsky den österreichischen Tennisprofi Dennis Novak. Hier gibt es die gesamte Sendung nochmal zum Nachsehen.

  • Novak: „Mein großes Ziel sind auf alle Fälle die Top 50“
  • Novak: „Ich denke, am Tennis liegt es nicht bei mir“
  • Novak über Dominic Thiem: „Natürlich verändert sich eine Beziehung, aber nichtsdestotrotz ist der Dominic noch immer ein guter Freund von mir“
  • Novak über Trainer Bresnik: „Der Günter ist einer, der dir die Wadln nach vorne richtet“
  • Novak über seine Anfänge im Tennis: „Mein Vater hat eigentlich Tag und Nacht gearbeitet, damit er mir das ermöglichen kann“

Zu Gast bei Kimberly Budinsky in der fünften Ausgabe des neuen Sky Sport Austria Talkformats „RIESENrad – Sportgrößen im Waggon 28“ war Österreichs Tennis-Größe Dennis Novak.

skyx-traumpassAlle Stimmen zu „RIESENrad – Sportgrößen im Waggon 28“Dennis Novak (Tennisprofi):…über seine Anfänge im Tennis und auf die Frage, was seine Eltern für seine Karriere bedeutet haben: „Das sportliche Talent habe ich sicher von meinem Vater. Er war Fußballer, hat mich auch auf den Tennisplatz mitgenommen. Er war am Anfang sehr, sehr wichtig, obwohl ich sagen muss, dass ich die meiste Zeit im Jugendalter mit meiner Mutter unterwegs war und selten mit meinem Papa. Aber natürlich spielen beide Elternteile eine unglaublich große Rolle.“…angesprochen auf die große finanzielle Belastung, die Tennis gerade in jungen Jahren mit sich bringt: „Mein Vater hat eigentlich Tag und Nacht gearbeitet, damit er mir das ermöglichen kann. In den Jugendjahren ist die Förderung halt auch noch nicht so riesen groß, aber du musst schon international reisen. Da war der Aufwand wirklich sehr groß. Mein Papa hat Tag und Nacht dafür gearbeitet und meine Mutter hat mich begleitet, weil eben das Geld nicht da war, dass ich noch einen Trainer mitnehmen kann, der auch noch bezahlt werden muss. Da hat er und die Mama schon sehr viel geopfert für mich.“…auf Nachfrage, wie groß das Budget sein muss, um es zum Tennisprofi zu schaffen: „Ist schwer zu sagen, aber mit 30.000 bis 40.000 Euro muss man schon rechnen im Jahr. Je besser und älter man wird, desto höher wird auch das Budget, das man braucht. Aktuell kostet das Jahr sicher 60.000 bis 70.000.“…auf die Frage, wie schwierig es ist, dann auch davon zu leben: „Die Menschen sehen immer nur die Zahlen, die in den Nachrichten stehen. Aber natürlich muss man die Steuern, die Reisekosten, die Trainerkosten abziehen.“…zu seinen Erfolgen: „Das größte Highlight war der erste ATP-Punkt. Den wird man nie vergessen. Aber auch, weil ich ziemlich lang gebraucht habe, bis ich den gemacht habe. Da habe ich schon ein bisschen gezweifelt und da hat es schon Wochen gegeben, wo ich wenig motiviert war. Ich war in dieser Zeit etwas leicht ablenkbar und es war schwer, alles dem Tennis unterzuordnen. Aber den ersten Punkt, den ersten internationalen Turniersieg, diese Sachen merkt man sich. Und spätestens 2018 habe ich kapiert, worum es geht.“…über das erstmalige Erreichen der Top 100 im Jahr 2020 und dessen Bedeutung für ihn: „War natürlich schön. Top 100 ist eigentlich immer das große Ziel von jedem jungen Tennisspieler. Als ich das erreicht habe, war ich schon sehr stolz. Hat viel Schweiß, Fleiß und Blut gekostet, aber es hat sich dann ausgezahlt und war ein super Erfolg.“

skyx-traumpass…über den Moment, als ihn mit 12 Jahren Wolfgang Thiem bei einem Turnier gesehen und zu Günter Bresnik gebracht hat: „Da war ich mit meiner Mutter bei einem Jugendturnier in Salzburg und habe gegen den Dominic gespielt. Die beiden Eltern haben sich dann unterhalten und so ist der Wechsel in die Südstadt zustande gekommen.“…über Dominic Thiem und die Freundschaft zu ihm: „War sehr wichtig, weil Freunde von außerhalb des Sports verstehen das Ganze vielleicht nicht so. Dadurch, dass wir alles gemeinsam erlebt haben und in manchen Situationen – wie nach einem Match, einem Sieg, einer Niederlage – genau gewusst haben, wie es dem anderen geht, war irgendwie ein blindes Verständnis zwischen uns.“…angesprochen auf den Konkurrenzkampf mit seinem Freund Dominic Thiem: „Den gab es eigentlich nicht. Unsere Freundschaft war uns immer das Wichtigste. Wir sind beide auf den Platz gegangen, haben alles gegeben und danach haben wir unseren Blödsinn gemacht. Es hat sogar geholfen. Wir haben uns gegenseitig raufgepusht. War echt cool, dass wir da so viel gemeinsam gemacht haben.“…auf die Frage, wie es für ihn war, oft im Schatten von Dominic zu stehen: „Es war okay für mich. Ich habe mich über jeden Erfolg für ihn gefreut und die Chance, dass ich so oft mit einem so guten Spieler trainieren konnte, war ja auch für mich hilfreich. Hat mir unglaublich geholfen.“…angesprochen auf die gemeinsame Trennung mit Thiem 2019 von Bresnik, wo er dann zu Wolfgang Thiem gewechselt ist, aber auch zur Rückkehr zu Bresnik 2021: „Die Zusammenarbeit hat sehr schnell Früchte getragen, wir haben sehr schöne Erfolge gefeiert, aber ich habe dann einfach das Gefühl gehabt, dass ich stehenbleibe und was verändern muss. Ich wollte einen neuen Input und habe dann so die Entscheidung getroffen.“…auf die Frage, was sich durch die Rückkehr zu Bresnik verändert hat, insbesondere zu den Thiems: „Vieles. Ich hatte mit dem Wolfgang jahrelang eine gute Beziehung. Dass es Veränderungen im Leben gibt, ist klar. Hat vielleicht nicht jeder so akzeptiert, wie man es normal regeln kann, aber ich muss auf mich und meine Karriere schauen. Daher habe ich die Entscheidung so getroffen, auch wenn es sehr, sehr schwer war.“…auf Nachfrage, ob sich auch zu Dominic Thiem was verändert hat: „Natürlich! Wir sehen uns jetzt nicht mehr so oft, wir trainieren nicht mehr gemeinsam und er hatte auch eine sehr schwere Zeit hinter sich, mit der Verletzung. Da haben wir uns einfach nicht so oft gesehen und natürlich verändert sich da eine Beziehung, aber nichtsdestotrotz ist der Dominic noch immer ein guter Freund von mir.“…angesprochen auf das Training von Bresnik: „Es ist sehr hart, jedes Training gibt es nur hundert Prozent. Aber seine jahrelange Erfahrung mit gewissen Topspielern ist natürlich Gold wert. Ich habe das bei meiner Rückkehr auch ein bisschen gebraucht, weil vielleicht war ich nach dem Erreichen der Top 100 ein bisschen zu bequem und habe mir gedacht, dass es jetzt eh so weitergehen wird und habe dann nicht so wirklich nach vorne geschaut. Aber ich glaube der Günter ist dann so einer, der dir die Wadln nach vorne richtet.“…zum bisherigen Jahr: „War für mich durchwachsen. Ich hatte einige gesundheitliche Probleme. Im Training geht es eigentlich ganz gut, ich habe auch mein Spiel weiterentwickelt, aber habe es irgendwie nicht ins Match rübergebracht.“…weiter zu diesem Thema: „Ich arbeite jetzt auch mit einem Sportpsychologen zusammen. Hat mir sehr geholfen und ich denke, dass auch menschlich sehr viel weitergegangen ist. Ich glaube, ich bin jetzt ein richtiger Mann geworden.“…auf die Frage, was ihm noch zu den Topspielern fehlt: „Einfach die Konstanz. Die Topspieler sind einfach vom ersten bis zum letzten Punkt da. Ich denke, am Tennis liegt es nicht bei mir. Das Tennispacket stimmt. Wenn ich das auf den Platz bringe, dann kann ich gegen fast jeden Gegner auf der Welt gewinnen. Ich muss meine Trainingsleistungen einfach konstant in Matches und Turniere bringen.“…über seine Leidenschaft für Fußball: „Fußball ist eine ganz, ganz große Leidenschaft von mir. Ich bin ein großer Rapid-Fan, habe auch eine lebenslange Rapid-Mitgliedschaft. Mein Lieblingsspieler ist der Thorsten Schick.“…auf die Frage, warum er dann Tennisspieler und nicht Fußballspieler geworden ist: „Ich habe auch Fußball gespielt, zwar nie in einem Verein, sondern immer nur Schülerliga, aber irgendwie hat mir Tennis mehr Spaß gemacht. Ich hatte einfach irgendwie das Bauchgefühl, dass es Tennis wird. Es war schon die richtige Entscheidung. Und ich spiele ja weiterhin freizeitmäßig viel Fußball.“…angesprochen auf seine Freundin, mit der er ein Kind hat und eines erwartet: „Sie unterstützt mich unglaublich und ist eine, die extrem viel auf sich nimmt. Sie war immer für mich da, hat immer Verständnis für meinen Sport gehabt, auch wenn ich viele wichtige Termine verpasst habe. Das hat sie mir nie böse angerechnet und das rechne ich ihr richtig hoch an.“…über seine Ziele: „Ich will wieder so schnell als möglich unter die Top 100 und dann auch weiter vor. Mein großes Ziel sind auf alle Fälle die Top 50, damit ich noch viele Jahre bei den großen, schönen Turnieren mitspielen kann. Aber ich will mich auch menschlich weiterentwickeln und das wichtigste ist natürlich, eine gesunde Familie zu haben.“

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