Als neue Nummer eins: Zverev vor Turnierstart in Paris geehrt
Es ist offiziell – Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tenniswelt. Der Deutsche hat eine gute Chance, dass er den besonderen Status eine ganze Weile verteidigen kann.
Alexander Zverev wachte am Montag mit einem besonderen Gefühl in Paris (das ATP-Turnier diese Woche LIVE bei Sky & mit WOW!) auf. Der Champion der French Open und US Open, der Olympiasieger von Tokio und jahrelange Topspieler ist nun auch ganz offiziell der aktuell beste Tennisspieler der Welt – so steht es blau auf weiß in der Rangliste der ATP. Am Nachmittag wurde Zverev in Frankreichs Hauptstadt dann auch offiziell als Nummer eins geehrt, und er richtete bei dieser Gelegenheit eine kleine Kampfansage an Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. „Ich freue mich auf die Herausforderung, wenn die beiden Besten wieder voll da sind und darauf, gegen sie anzutreten“, sagte Zverev.
In der Heimat würdigt der Deutsche Tennis Bund (DTB) den Sprung des 29-Jährigen auf den Tennis-Thron. „Heute ist ein historischer Tag für das deutsche Tennis. Sascha hat sich diesen Platz an der Spitze der Weltrangliste mit außergewöhnlicher Beharrlichkeit und harter Arbeit verdient“, sagte DTB-Präsident Dietloff von Arnim: „Sascha ist momentan der beste Tennisspieler der Welt, und darauf sind wir als DTB unglaublich stolz. Er gehört zu den herausragenden deutschen Einzelsportlern unserer Zeit. Diese Leistung verdient höchste Anerkennung.“
Zverev tritt in Paris erstmals als Numemr eins an
Zverevs erstes Turnier mit besonderem Status ist das Masters in der französischen Hauptstadt, für das er zunächst ein Freilos besitzt. Sein Auftaktgegner ist der Italiener Lorenzo Musetti, der ihn im Olympia-Viertelfinale 2024 ebenfalls in Paris bezwang – man kann es auch deutlich leichter erwischen. Zverev liegt das Event aber durchaus, er konnte es 2024 schon gewinnen.
Und egal, wie es in Paris läuft, er kann es sich an der Spitze vorerst komfortabel einrichten, obwohl der Vorsprung aktuell noch knapp ist. Zverev kommt seit Montag auf 9550 Punkte, 100 mehr als der bisherige Spitzenreiter Sinner, der seine Saison verletzungsbedingt längst beendet hat und weitere Zähler verlieren wird.
Bis zum Jahresende kann ihn kein anderer Profi mehr verdrängen und er wird mit großer Sicherheit sogar Boris Becker überholen, der 1991 insgesamt 12 Wochen Weltranglistenerster war. Das ist für Zverev, der sich mit Becker in den vergangenen Jahren nicht immer einig war, offenbar nicht ganz unerheblich. „Eine Woche mehr hätte ich dann als Boris?“, fragte er zuletzt in Wien auf der Pressekonferenz nach dem Sprung auf die Eins: „Sehr gut. Dann hat sich der Sieg ja gelohnt.“ Becker, der Zverev längst gratuliert hat, verwies zuletzt auch auf dessen deutlich ausbaufähige Bilanz gegen Topspieler.
Davis Cup als nächstes großes Ziel
Die will Zverev sicher in diesem Jahr noch verbessern und weitere Erfolge feiern. Vor allem den Davis Cup Ende November hat er fest im Blick. „Der Davis Cup wäre der Wahnsinn“, sagte Zverev. Schon jetzt aber ist sein Tennisjahr 2026 sensationell.
Und 2027? Wird herausfordernd. Zverev hat vor allem bei den Grand Slams Unmengen an Punkten zu verteidigen. Sinner will gesund wieder angreifen, Alcaraz ist auf dem Weg zurück zur Topform. Und Ben Shelton hat den früheren Weltranglistenersten und Alcaraz-Coach Juan Carlos Ferrero, der auch schon mit Zverev arbeitete, als Trainer verpflichtet. Zverev, der so lange jagen musste, wird ab sofort gejagt.
