Aufsteiger ASK Voitsberg setzt auf lokale Talente
Mit dem ASK Voitsberg tritt ein neuer Verein mit einem ganz eigenen Narrativ in der 2. Fußballliga an.
Die Weststeirer sind tief in der Region verwurzelt und haben zuletzt den Durchmarsch von der Landesliga in zwei Jahren geschafft. Der Erfolg wurde nicht eingekauft, sondern ist das Ergebnis kontinuierlicher Bemühungen. „Es geht darum, den Verein langfristig zu entwickeln. Schritt für Schritt. Wir wollen das ein bisserl anders denken“, sagte Coach David Preiß im APA-Gespräch.
Ganz oben steht der soziale Umgang, das Miteinander. „Es ist eine unglaubliche Gemeinschaft. Ich war schon bei sehr vielen Vereinen, aber das habe ich in der Form noch nirgends erlebt“, erzählte Preiß. Weiters setzt der Arbeitersportklub auf lokales Talent. Nahezu der gesamte Kader besteht aus steirischen Kickern, die meisten stammen aus Graz-Umgebung oder der Weststeiermark. Es gibt nur einen echten Legionär, den Slowenen Nino Pungarsek. Der 21-jährige Nigerianer Reality Asemota ist hier geboren und hat beim GAK in der Jugend gespielt.
Graz-Urgestein als Aushängeschild
„Wir haben ein sehr gutes Netzwerk in der Steiermark und haben da sehr exakte Spielerinformationen. Dann geht das. Wir haben so viele Bundesligisten in der Steiermark mit Spielern, die in Hartberg, bei Sturm oder dem GAK nicht drankommen, wo du zugreifen kannst“, erklärte Preiß. Voitsberg wurden als Aufsteiger auch Bundesliga-erprobte Profis angeboten, das entspricht aber nicht dem eingeschlagenen Weg – mit einer namhaften Ausnahme: Jakob Jantscher. Das Sturm-Graz-Urgestein ist nach einem Jahr in Hongkong wieder in der Heimat und schnürt nun für den ASK die Schuhe. Der 35-Jährige spiele nicht wegen des Geldes, sondern weil er noch einmal etwas bewegen wolle, wird betont.
Eingefädelt wurde der Coup von Vereinsobmann Michael Münzer, der bis vor kurzem noch im Vorstand von Sturm Graz saß. Beim Meister ist der Unternehmer schon seit langem mit seiner Firma Münzer Bioindustrie Premiumsponsor. In Voitsberg sorgt er dafür, dass der Club auf finanziell gesunden Beinen steht und sich langfristig orientieren kann.
Davon profitiert Preiß. Sorgen um seinen Job muss sich der Trainer, der zugleich auch Sportdirektor und Geschäftsführer ist, nicht machen. Er hat Rückendeckung von ganz oben. „Wenn wir jetzt zum Beispiel in dieser Saison wieder absteigen, macht das auch nichts. Da bleibt er genauso Trainer, und dann steigen wir nächstes Jahr wieder auf. Es hat hier nie einen Druck gegeben, in der Landesliga nicht, in der Regionalliga nicht und es gibt jetzt auch keinen Druck“, sagte Münzer.
„Gehen mit keinen Erwartungen in die Liga“
Preiß möchte in Voitsberg „einen anderen Weg über hoffentlich die nächsten zehn, zwanzig Jahre gehen. Es geht um Kontinuität. Das ist das Wort, das es eigentlich nirgendwo mehr im Fußball gibt.“ Bei den sportlichen Zielen als Zweitliga-Aufsteiger hält sich der 46-jährige Ex-GAK-Coach zurück. „Wir gehen eigentlich mit keinen Erwartungen in die Liga. Wir wollen positiv überraschen. Es ist schon so, dass wir frech sein wollen.“ Zum Auftakt gibt es am Freitag ein Heimspiel gegen Amstetten.
Zuletzt wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um den Verein profi- und zukunftsfit zu machen. Ein siebenstelliger Betrag wanderte in die Infrastruktur – Stadion, Spielfeld, Kraftkammer, Personal. Man verpasste sich ein neues Branding mit modernem Logo, Imagefilmen und ein Leiberl, so weiß wie die Lipizzaner aus dem nahen Piber. Einen Brustsponsor sucht man dort übrigens vergebens, stattdessen findet man ein klares Bekenntnis: „Voitsberg“ und am Rücken „Wir sind 8570“.
(APA) / Bild: GEPA
