Austria-Frauen beim CL-Debüt bei Chelsea gefordert
Ihr Champions-League-Debüt führt die Fußballerinnen der Wiener Austria zu einer schillernden Adresse: Der achtfache englische Meister Chelsea empfängt Österreichs Doublesieger am Mittwoch (21.00 Uhr) in London.
Wir fahren nicht hin, um uns die Mannschaft und das Stadion anzuschauen“, sagte Austria-Trainer Stefan Kenesei vor dem Gastspiel der Violetten in Englands Hauptstadt. „Wir wollen mutig sein und unsere Farben gut vertreten.“
Mit großer Anspannung und Vorfreude auf die 1. Runde der Ligaphase stieg der Austria-Tross am Dienstag in das Flugzeug. „Von der Champions League träumt jeder und dieser Traum geht mit Beginn dieser Reise jetzt in Erfüllung“, sagte Kenesei. Man wolle auch gegen die Engländerinnen, die ein Stammgast in K.o.-Phasen der „Königsklasse“ sind, mit Leistung überzeugen. „Wir sind aber realistisch genug in der Einschätzung, dass es eine sehr schwierige Aufgabe wird.“ Leidvoll musste das in der Vorsaison St. Pölten erleben. Österreichs damaliger Meister unterlag in der Ligaphase zuhause glatt 0:6. Chelsea hat nur eines der jüngsten 30 Spiele der Gruppenphase/Ligaphase verloren und 22 Siege gefeiert.
Die Stamford Bridge bleibt der Austria verschlossen. Zwar trägt seit heuer auch die Frauen-Abteilung der „Blues“ ihre Ligaheimspiele im berühmten Stadion aus, die CL-Partie gegen die Austria findet jedoch an der gut 9.000 Fans fassenden Plough Lane des AFC Wimbledon statt. Dass sich die beiden Teams in finanziell völlig verschiedenen Sphären bewegen, zeigt ein Blick auf die Finanzkennzahlen: Allein die Personalkosten der Chelsea-Frauen waren für die Saison 2024/25 mit gut 17 Mio. Euro höher als jene des gesamten Clubs FK Austria Wien (14,94 Mio.) – inklusive der Männer-Abteilung als mit Abstand größter Posten.
Hanshaw: „Viel schwieriger geht es nicht“
Lotta Cordes ließ durchblicken, wie es die Wienerinnen gegen die Stars um die englische Team-Torfrau Hannah Hampton, Erin Cuthbert und Lauren James anlegen wollen. „Chelsea ist natürlich der ganz klare Favorit. Wir wollen uns auf unsere Stärken im gemeinsamen, kompakten Verteidigen konzentrieren und so versuchen, Chelsea das Leben schwer zu machen“, sagte die Mittelfeldspielerin.
Von einer extrem schweren Angelegenheit sprach Verena Hanshaw, die die Gegnerinnen als langjährige England-Legionärin bestens kennt. „Das erste Mal in der Champions League und dann auch gleich noch gegen Chelsea – viel schwieriger geht es nicht“, sagte Hanshaw im ORF. Die Härteprüfung wird laut der 131-fachen ÖFB-Teamspielerin auch zeigen, ob „wir Schritte nach vorne gemacht haben und uns auch auf dieser Bühne beweisen können“. Mit den weiteren Gegnern Bayern München, Juventus Turin, Inter Mailand und Manchester City zog die Austria die ganz großen Lose.
„Großer Name“ wartet im Europa Cup auf Sturm Graz
Am selben Tag sind im Europa Cup, dem noch jungen zweiten UEFA-Bewerb unter der Champions League, St. Pölten und Bundesliga-Leader Sturm Graz gefordert. Im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde jagen die „Wölfinnen“ aus Niederösterreich gegen Malmö (18.45 Uhr) einem Premierensieg nach. In bisher vier Duellen mit schwedischen Teams schaute nur ein Remis heraus. „Es wird nicht einfach, aber wir haben gezeigt, dass wir auf der europäischen Bühne bestehen können und gehen optimistisch in die Begegnung gegen Malmö“, meinte SKN-Coach Laurent Fassotte vor dem Duell mit Schwedens dritter Kraft.
Dass sich die Niederösterreicherinnen in diesem Bewerb nicht verstecken müssen, zeigt ein Blick auf die Setzliste: Nur Wolfsburg und Frankfurt haben einen höheren Koeffizienten als St. Pölten. Gleichsam ist damit die Ausgangslage für Sturm Graz abgesteckt. „Wolfsburg ist auf diesem Niveau natürlich ein großer Name, aber genau auf solche Spiele freut man sich im Europacup. Wir wollen uns nicht verstecken, sondern mutig auftreten, unsere Qualitäten zeigen und uns für das Rückspiel eine gute Ausgangslage erarbeiten“, sagte Michael Erlitz, Sturms Sportchef Frauenfußball, vor dem Gastspiel (19.00 Uhr) beim zweifachen Champions-League-Sieger (2013, 2014) und aktuellen Dritten der deutschen Bundesliga. Die Steirerinnen holten aus ihren bisherigen zehn Saisonspielen neun Siege bei einem Remis.
