„Taugt mir, wenn es polarisiert“: Scheiblehner will GAK wachrütteln

„Taugt mir, wenn es polarisiert“: Scheiblehner will GAK wachrütteln

Mit großer Motivation ist Gerald Scheiblehner auf den Fußballplatz zurückgekehrt. „Wenn du fünf Monate nur die Blumen im Garten gießt und die Hitzewelle ist dann auch irgendwann vorbei, dann hast du keinen Auftrag mehr“, scherzte der neue GAK-Trainer bei seiner Vorstellung.

Die ersten Trainings seit seiner Unterschrift in Graz hätten ihm ein gutes Gefühl vermittelt. „Ich habe eine sehr ehrgeizige und gierige Mannschaft angetroffen. Das ist eine Grundvoraussetzung für Erfolg.“

Er könne den GAK als Verein gut einschätzen, meinte der Nachfolger von Ferdinand Feldhofer. „Mir war wichtig, dass der Verein ehrgeizige Ziele hat und sich was zutraut. Das ist nicht immer nur mit Budget verbunden.“ Zwar will er beim Interesse der roten Grazer nicht sofort ins Auto gesprungen und „für jeden Preis“ nach Graz gefahren sein. In „intensiven Gesprächen“ hätten ihm die Vereinsverantwortlichen jedoch ein stimmiges Bild vermittelt. „Die Chemie hat gepasst“, sagte Scheiblehner.

„Inputs“ von Glasner und Ilzer

Für den 49-jährigen Oberösterreicher bedeutet das Engagement die Rückkehr ins heimische Oberhaus. Er war vier Jahre lang Trainer von Blau-Weiß Linz, stieg 2023 mit dem Club in die Bundesliga auf und erreichte in der Saison 2024/25 die Meistergruppe. Im vergangenen Jahr nahm der Coach ein Engagement in der Schweiz beim Traditionsverein Grasshoppers Zürich an, das jedoch mit dem Punkteschnitt von 1,06 heuer im März vorzeitig zu Ende ging.

Die Zeit seither nutzte er laut Eigenangaben für das Familienleben und berufliche Weiterbildung. „Wir haben österreichische Top-Trainer im Ausland“, sagte Scheiblehner, der sich neue Inputs von Oliver Glasner (Crystal Palace) und Christian Ilzer (Hoffenheim) holte. Bei seinem Vorgänger hospitierte er ebenfalls. Auch nun gab es ein Telefonat zwischen dem neuen und alten, nach einem 0:8 gegen Rapid freigestellten GAK-Trainer.

Gerald Scheiblehner übernimmt als Cheftrainer beim GAK

„Taugt mir, wenn es polarisiert“

Scheiblehner will beim Tabellenzehnten nicht gleich alles umkrempeln. „Die Grundstruktur der Mannschaft deckt sich sehr viel mit dem, wie ich Fußball sehe.“ Freilich wird er einiges auch anders angehen. „Mir ist wichtig, dass man eine bessere Energie und Intensität auf den Platz bringt. Und man das Gefühl hat, dass jeder einzelne Spieler einen klaren Plan hat.“ Dieser Plan müsse nicht unnötig kompliziert sein. „Es gibt Dinge, die waren vor 50 Jahren so und werden in 50 Jahren noch so sein.“ Laufen, kämpfen, kratzen, beißen.

In Graz will sich Scheiblehner nun länger halten als in Zürich. Gestaltungsraum über einen längeren Zeitraum hält er zumindest prinzipiell für möglich. Außerdem sei Graz eine coole Stadt, sagte der selbsterklärte Stadtmensch. „Ich werde nie Trainer in einem Ort sein, wo nur ein Kaffeehaus ist.“ Neben zwei eigenen Co-Trainern war auch eine gewisse Kulisse Voraussetzung für die Unterschrift bis 2028. „Es taugt mir schon, wenn es polarisiert, wenn auch ein Theater ist.“ Der Vorhang fällt am Samstag mit einem Heimspiel gegen den WAC. Scheiblehner: „Wir werden so auftreten, dass wir das Spiel um jeden Preis gewinnen wollen.“

Werbung